Viele wissen nicht, wie hoch ihre Einkünfte im Alter sein werden

Carsten Schmidt, Privatkundenbetreuer bei der Volksbank Koblenz Mittelrhein
Ob eigene Sparanstrengungen für ein sorgenfreies Leben im Alter ausreichen, wissen die wenigsten. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes TNS Emnid im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.
Der Großteil (73 Prozent) der Deutschen sorgt privat fürs Alter vor. Der Prozentsatz steigt weiter, je höher das Haushaltsnetto-einkommen der Befragten ist. Anderseits wissen dennoch viele Menschen nicht, wie es um ihre Vorsorge ausschaut. Bei vielen Beratungsgesprächen, stehen Fragen rund um die private Altersvorsorge daher an erster Stelle.
Das Wissen, wie hoch die Einkünfte im Alter sein werden, ist bei über der Hälfte der vom TNS Emnid Befragten gering. 54 Prozent gaben an, dies weniger gut beziehungsweise überhaupt nicht einschätzen zu können.
Es ist schon erstaunlich, dass so viele Menschen offensichtlich nicht wissen, ob ihre privaten Vorsorgemaßnahmen im Alter ausreichen werden. Vorsorgelücken kann aber nur derjenige beheben, der volle Transparenz hat. Es ist daher empfehlenswert, regelmäßig die individuelle persönliche Vorsorgesituation rund um die gesetzliche Rente und weitere Vorsorgeverträge zu über-prüfen. So sieht man auf einem Blick, welche Vorsorgeverträge vorhanden sind, wie die Höhe der voraussichtlichen Altersein-künfte ist und ob gegebenenfalls Vorsorgelücken bestehen, die durch weitere Maßnahmen geschlossen werden müssen.
Oft werden staatliche Förderungen in Form von Zulagen und Steuervorteilen noch nicht genutzt, durch die der eigene Aufwand gering gehalten werden kann. Ein Vorsorgestatus sollte keine einmalige Sache sein. In der Zukunft ergeben sich häufig Änderungen in der persönlichen Lebens- oder Familiensituation, und auch die gesetzlichen Rentenansprüche halten in ihrer Höhe oft nicht mit dem Vorsorgebedarf schritt. Es empfiehlt sich, alle zwei bis drei Jahre den Vorsorgestatus zu aktualisieren.
Bei der Frage nach der geeignetsten Anlageform zur Altersvorsorge rangiert die Immobilie weiterhin an erster Stelle: Dabei ist der Traum vom eigenen Heim deutlich ausgeprägter als die vermietete Immobilie. Welche Anlageformen sich im Einzelfall für die private Altersvorsorge eignen, sollte in einem individuellen persönlichen Gespräch mit dem Bankbetreuer erörtert und entschieden werden.

