Geld anlegen nach der Krise

FINANZTIPP von Sabine Spohr, Individualkundenbetreuerin der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG
Geld anlegen nach der Krise
Worauf sollen Anleger und Sparer jetzt achten und wo bieten sich attraktive Ertragschancen? Dass sich die wirtschaftliche Situation selbst in Europa seit diesem Frühjahr unterm Strich verbessert hat, steht außer Frage. Die sogenannten Schwellenländer (z.B. Indien, China, Brasilien u.a.) als neuer Wachstumsmotor der Welt sind bereits seit Monaten auf der Überholspur. Auch der deutsche Aktienmarkt bietet wieder attraktive Ertragschancen, wenngleich sich Anleger auf stärkere Marktschwankungen einstellen müssten. Wie viel Kraft in der wirtschaftlichen Erholung steckt, wurde von vielen zunächst unterschätzt. Die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung nährt die Hoffnung auf ein selbsttragendes Wirtschaftswachstum. Dass das Schlimmste hinter uns liegt, zeigen Berichte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Bundesbank und des Ifo-Instituts, die von wichtigen Wirtschaftsindikatoren berichten, die in eine positive Richtung weisen.
Chancen mit Aktienfonds nutzen
Die konjunkturelle Erholung kam schneller als von vielen erwartet. Wichtig zu wissen ist, dass sich mit allen Veränderungen nach der Finanzmarktkrise ein „Neues Gleichgewicht“ an den Kapitalmärkten eingestellt habe. Dies bedeutet in Zukunft voraussichtlich höhere Schwankungen bei niedrigeren Erträgen. Deshalb gilt es jetzt richtig zu investieren und langfristige Ertragschancen von Aktien zu nutzen. Schließlich ist nur über Aktien und einen längeren Zeitraum eine Beteiligung am weltweiten Wirtschaftswachstum möglich. Hinzu kommt, dass im aktuellen Niedrigzinsumfeld langfristige Aktienanlagen Ertragsaussichten bieten, die hoch genug sind, um nicht von der Inflation aufgezehrt zu werden. Dabei sollte der Blick aber auch verstärkt auf Aktienfonds gerichtet werden, weil „Aktien das Risiko höherer Schwankungen bezahlen – vorausgesetzt, Anleger investieren langfristig.“ Darüber hinaus sind Aktien der wichtigste Gegenpart zur Rentenanlage, um Effekte bei ausgewogenen Vermögensanlagen optimal zu nutzen.
Worauf Anleger vertrauen sollten
Wichtig im schwankungsanfälligen Umfeld der kommenden Monate ist darauf zu schauen, wie die anvisierten Aktienfonds funktionieren und ob sie zum Anleger sowie zum Anlagehorizont passen. Anleger sollten auf ein aktives Fondsmanagement vertrauen, um Ertragschancen richtig zu nutzen. Denn ein Fondsmanager reagiert auf aktuelle Ereignisse und schichtet um; das müssen Anleger dann nicht selber tun. Einen optimalen Zeitpunkt, um in Aktienfonds zu investieren, gibt es nicht, sondern nur die Regel: möglichst breit gestreut in aussichtsreiche Aktienfonds regelmäßig sparen sowie langfristig investieren und sich dabei gut beraten lassen. Schließlich ist noch wichtig, dass die jeweilige Ausrichtung des Fonds der eigenen Zukunftseinschätzung entspricht: Sie sollten strukturiert vorgehen und eine ausgewogene Depotaufteilung wählen. Wer vorsichtiger einsteigen möchte, kann beispielsweise einen Fondssparplan wählen, der schon ab 50,– Euro monatlich möglich ist. Empfehlenswert ist es weiterhin, bei der Auswahl geeigneter Fondsanlagen auch unabhängige Einschätzungen, Testberichte zum Beispiel der Zeitschriften Capital und Euro oder Auszeichnungen wie die vom vielbeachteten Feri-KAG-Ranking zu berücksichtigen.

