Die häufigsten Fehler bei einer Baufinanzierung

Gefahren erkennen und abwenden

Nicht selten wird der Traum vom Haus teurer als ursprünglich geplant. Damit Sie auf der sicheren Seite sind, zeigen wir Ihnen die häufigsten Fehler bei der Finanzierung.

1. Baunebenkosten werden unterschätzt

Ein Haus oder ein Grundstück zu kaufen bedeutet mehr, als nur den reinen Kaufpreis zu zahlen. Evtl. Nebenkosten können nochmal mit mehr als 10 Prozent der Kaufsumme zu Buche schlagen.

Der Notar, der den Kaufvertrag beurkundet und die Grundschuldeintragung beantragt, bekommt als Faustregel etwa 1 - 1,5 Prozent des Kaufpreises. Der Grundbucheintrag kostet nochmal ca. 0,5 Prozent. Mit weiteren 5 Prozent schlägt die Grunderwerbssteuer zu Buche.

Wenn ein Makler am Kauf beteiligt war, stellt auch er seine Courtage in Rechnung. Das können je nach Region 3,57 - 7,14 Prozent der Kaufsumme sein.

Bei Häuslebauern fallen dann noch Kosten für Architket, Statiker, Baugenehmigung, Erschließung, Hausanschlusskosten und Bauversicherungen an. Und auch die Außenanlagen werden oft nicht einkalkuliert.

2. Finanzierung falsch kalkuliert

In der Regel stehen Darlehen für Neubauvorhaben bis zu 12 Monate und für Immobilienerwerb bis zu 3 Monate ohne zusätzliche Kosten abrufbereit. Wenn das Darlehen erst später abgerufen wird, werden Bereitstellungszinsen fällig.

Verzögert sich die Fertigstellung des Eigenheims, muss länger Miete gezahlt werden, wobei gleichzeitig schon das Darlehen getilgt werden muss.

3. Höhere Betriebskosten im Eigenheim als erwartet

Die Rate fürs Haus ist eine feste Größe. Doch dazu belasten die Nebenkosten das Budget, denn Müllabfuhr, Wasser, Abwasser, Schornsteinfeger und auch die Grundsteuer müssen bezahlt werden.

Meistens ist das Eigenheim größer als die Mietwohnung, so dass auch die Kosten für die Hausratsversicherung, den Strom und die Heizung deutlich höher zu Buche schlagen können.

Das Dach ist undicht, die Heizung nicht mehr so effizient oder die Rohrleitungen veraltet? Auch für Instandhaltung und Reparaturen sind regelmäßig Rücklagen zu bilden.

4. Bedarf an neuen Versicherungen vernachlässigt

Was geschieht, wenn Sie als Hauptverdiener der Familie schwer erkranken oder gar versterben? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sowie eine Risikolebensversicherung springen in diesen Fällen ein. Die Beiträge hierfür sind also gut investiertes Geld.

Auch Restschuldversicherungen, die bei Arbeitslosigkeit zahlen, sind möglich. Hier gibt es aber einiges zu beachten: Oft wird Leistung erst nach einer Karenzzeit von einigen Monaten erbracht, und auch der Zeitraum für die Leistungen ist oft begrenzt. Hier muss genau abgewogen werden, was sich lohnt.

5. Überschätzte „Muskelhypothek“

Wer handwerkliches Geschick hat, kann in der Tat einige Euro sparen, wenn er manche Gewerke selbst ausführt. Doch oft ist die Ersparnis nicht so groß, wie geglaubt:

Materialien kauft ein Handwerker oder Bauträger meist deutlich billiger ein als ein privater Bauherr.

Ein Profi  arbeitet im Schnitt drei mal so schnell, wie der Hobbyhandwerker. Und da letztere in der Regel nur ihre Freizeit einsetzten können, also Feierabend, Wochenende und Urlaub, verlangsamt das den Baufortschritt und erhöht die Kosten, z.B. wenn die Miete länger gezahlt werden muss und gleichzeitig schon Baugeldzinsen anfallen.

Ein Profi haftet für Fehler. Wird teures Material in Eigenregie falsch verbaut, muss im Zweifel alles nochmal eingekauft und gemacht werden, was das Bauvorhaben wieder unnötig verteuert und verlängert.

6. Zu niedrige Tilgung

Wer baut, verschuldet sich nicht selten für die nächsten 30 Jahre oder länger. Das derzeitige Zinstief sollte für höhere Tilgungsraten von 2 Prozent oder mehr genutzt werden. Je höher die Tilgung, desto schneller sinkt die Restschuld und damit die Zinslast.

Auch sollte das günstige Zinsniveau für längere Zinsbindungen und damit mehr Planungssicherheit genutzt werden.

Darüber hinaus können Sondertilgungsmöglichkeiten – oft 5 - 10 Prozent der Darlehenssumme jährlich – zu schnellerer Schuldenfreiheit beitragen.

7. Mündliche Absprachen auf Treu und Glauben

Absprachen sind gut, schriftlich Fixiertes ist besser: Grundsätzlich sollten alle Vereinbarungen mit Banken und am Bau beteiligten Firmen und Handwerkern gemeinsam schriftlich fixiert werden. Dies gilt auch für alle Zusatz- und Nebenabreden. So sichern Sie sich alle rechtlichen (Beweis-) Möglichkeiten, sollte es zu Baumängeln oder Verzögerungen kommen und schützen sich vor unerwarteten Kosten.

Expertentipp:

Heinz Engels, Baufinanzierungsspezialist

"Energieausweise sind in Rheinland-Pfalz Pflicht!"

 

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