Baukosten und Baunebenkosten im Überblick

Eine Übersicht zur Berechnung Ihrer Baunebenkosten

Unsere Experten haben eine Liste der häufigsten Baukosten und Baunebenkosten zusammengestellt. Diese werden regelmäßig zu knapp kalkuliert oder vergessen und sollten schon vor den Gedanken zur Finanzierungsberechnung einkalkuliert werden.
Der Einfachheit halber haben wir diese für ein Einfamilienhaus zusammengestellt.

Die Gesamtbaukosten verteilen sich in der Regel wie folgt, wobei die Baunebenkosten in bestimmten Fällen bis zu 20% betragen können:

Typische Verteilung der Baukosten in % vom Gesamtbudget

Als Baunebenkosten kann man alle Kosten bezeichnen, die nicht mit dem Kaufpreis für das Grundstück und respektive das Haus abgedeckt sind. Prüfen Sie welche der unten stehenden Kosten nicht in den (Kauf-) Verträgen aufgeführt wurden. Denn auch „schlüsselfertig“ ist oftmals ein sehr dehnbarer Begriff.

Kaufabwicklung:

Grundbucheintrag und Notar- und ggf. Maklerkosten

Der Kaufvertrag muss durch einen Notar beurkundet werden. Der Notar kümmert sich um den Eintrag ins Grundbuch. Damit sind Sie offiziell Eigentümer des Grundstücks. Denken Sie hierbei je nach Projekt auch an die Unterlagenerstellung, Porto- und Kopierkosten für Pläne etc.
Kosten: 1,5% des Kaufpreises

Kaufnebenkosten (Finanzamt):

Grunderwerbsteuer & weitere Kosten

Nach dem Grundbucheintrag erhalten Sie vom zuständigen Finanzamt eine Rechnung. Bei Objekten vom Bauträger, die Grundstück und Haus beinhalten, richtet sich die Grunderwerbsteuer auf den Gesamtpreis.
Die Grunderwerbsteuer ist regional unterschiedlich! In unserem Geschäftsgebiet wie folgt:
Kosten: 5% des Kaufpreises

Genehmigung:

Gebühren und Kosten für die Baugenehmigung

Die Rechnung des Bauamtes sollten Sie schnellstmöglich bezahlen, da in einigen Landkreisen vorher keine Baugenehmigungszusage erteilt wird und so Wartezeiten entstehen können.
Kosten: ca. 0,2% der Bausumme – der Richtwert liegt zwischen 400 – 900 Euro

Versicherung:

Bauherrenhaftpflicht/ Hausbauversicherung

Darunter fallen je nach Situation eine Versicherung für Bauhelfer, Baufertigstellung, Feuer- und Rohbau- oder eine Bauleistungsversicherung.
Ein exaktes und passendes Angebot ermittelt unser Finanzierungsspezialist.

Baustellenvorbereitung:

Baumfäll- und Abrissarbeiten sowie Sicherung der Gehwege und Bordsteine

Ob Sie den Gehweg vor Beschädigungen durch Baufahrzeuge schützen müssen, erfahren Sie in der Baugenehmigung. Je nach Grundstück ist eine Baustraße nötig. Da das Bergen eines steckengebliebenen Fahrzeuges die Kosten schnell übersteigen, sollte hier nicht gespart werden. Prüfen Sie ebenfalls, ob die Kosten des Bauschutt-Containers durch Sie selbst zu tragen sind. Wer trägt die Kosten für den Aushub und das Planum?
Kosten: Baustraße ca. 10 Euro / m²
Kosten: Baumfällung ca. 150-300 Euro pro Baum
Kosten: Gehwege / Bordsteine ca. 800 – 1.000 Euro

Wasser:

Verbrauchskosten von Bauwasser

Sie stellen während der Bauphase das Bauwasser. Sofern es keinen bestehenden Anschluss gibt, müssen Sie einen Bauwasseranschluss (Standrohr mit Wasseruhr) bei der örtlichen Trinkwasserbehörde beantragen.
Kosten: ca. 300 – 600 Euro

Strom:

Baustrom sowie Verbrauchskosten

Den Baustromkasten erhalten Sie von ihrem Elektriker bzw. dem Spezialisten der Hausbaufirma – er wird wöchentlich berechnet und sollte daher nicht schon Wochen vorher stehen.
Kosten: für ca. 3-6 Monate von 400 – 800 Euro

Untergrund:

Bodengutachten/ Baugrundgutachten

Dieses macht bspw. Sinn um zu klären, ob wasserführende Lehmschichten oder Grundwasser in geringer Tiefe einen 2-schaligen Kelleraufbau ("Weiße Wanne") nötig machen.
Kosten: ca. 450 – 600 Euro

Baubegleitung:

Architektenhonorare bzw. qualifizierte Baubegleitung

Sofern es sich nicht bspw. um ein Objekt handelt, dass ein Bauträger bzw. eine Fertighaus-Firma errichtet, so fallen Kosten für den Architekten bzw. ein Projekthonorar für den Bauleiter an.
Richtwert: bis zu 15% der Baukosten

Vermesser:

Vermessungskosten und Gebühren für Vermesser

Das Bauamt benötigt einen qualifizierten Lageplan. Dazu kommen die Bauzeichnungen, die Statik usw.. Nach Abschluss der Bauarbeiten benötigen Sie den Vermesser für die Einmessung beim Katasteramt (dieses muss exakt wissen, wo das Haus auf dem Grundstück steht).
Kosten: ca. 1.000 bis 2.500 Euro

Prüfstatiker:

Kosten und Gebühren

Oftmals verwechseln viele Bauherren den Prüfstatiker mit dem eigentlichen Statiker. Sie benötigen jedoch beide sofern dies in Ihrem Landkreis vom Bauamt gefordert wird.
Kosten: ca. 1.500 bis 2.500 Euro

Anschlüsse:

Haus-, Gas-, Telefon-, Stromanschluss

Telefonanschluss: ca. 250 bis 500 Euro
Stromanschluss: ca. 1.500 bis 2.500 Euro
Wasser/ Kanalisation: ca. 2.750 bis 5.000 Euro
Gasanschluss: ca. 1.000 Euro

Energieausweis:

Ein Energieausweis muss immer dann erstellt werden, wenn ein Gebäude neu gebaut wird. In diesen Fällen muss der Bauherr oder Eigentümer sicherstellen, dass er vom Planer oder Architekten einen Ausweis erhält. Gleiches gilt, wenn ein Gebäude umfassend saniert und dabei eine energetische Gesamtbilanzierung nach EnEV durchgeführt wird, wie es beispielsweise eine Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus erfordert.

Außerdem ist ein Ausweis notwendig, wenn ein Haus oder eine Wohnung verkauft oder neu vermietet werden soll.

Expertentipp:

Heinz Engels, Baufinanzierungsspezialist

"Energieausweise sind in Rheinland-Pfalz Pflicht!"

 

Gerne berate ich Sie persönlich per eMail oder Telefon unter 02642 4008-14.