Arbeitgeberdarlehen

Darlehen vom Chef als Finanzierungsbaustein

Grundsätzlich sollten die Fördermöglichkeiten von KfW, Bundesländern, Kommunen usw. genutzt werden. Eine evtl. Finanzierungslücke kann auch mit "Baugeld vom Chef" als Mitarbeiterdarlehen oder Personalkredit geschlossen werden.

So funktioniert's

Beim Arbeitgeberdarlehen für eine Baufinanzierung gelten dieselben zivilrechtlichen Vorschriften wie für jeden anderen Kredit. Das Unternehmen stellt dem Arbeitnehmer eine bestimmte Summe Geld zur Verfügung, die innerhalb einer vereinbarten Laufzeit wieder zurückgezahlt wird. Oft gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zinsgünstige, manchmal sogar zinsfreie Darlehen. Das Darlehen ist keine Vergütung für Arbeitsleistungen, es zählt weder zu Lohn und Gehalt und damit auch nicht als Vorschuss oder Prämie. Das ist wichtig, da sie damit auch nicht den üblichen Sozialabgaben unterliegen. Die Personalabteilung Ihrer Firma kann Sie hierzu beraten.

Vorteile bei den Sicherheiten

Für einen Bankkredit ist eine Absicherung der Grundschuld ersten Ranges nötig. Der Rang der Arbeitgeberdarlehen, die zur Baufinanzierung eingesetzt werden, werden oftmals nachrangig im Grundbuch eingetragen. Solche Darlehen sind in der Regel teurer, da der Darlehensgeber weniger Sicherheit hat. Der Arbeitgeber kennt den Darlehensnehmer gut und kennt auch dessen Einkünfte über die Lohn- oder Gehaltsabrechnung, die ihm als Sicherheit ausreicht.

Vertrag unbedingt schriftlich fixieren

In einem schriftlichen Vertrag sollten die Darlehenshöhe, der Verwendungszweck, Laufzeit, Verzinsung, Rückzahlungsmodalitäten, Sicherheiten und Kündigungsvoraussetzungen fixiert sein. Wenn es keine schriftliche Vereinbarung gibt, zählt das Darlehen zum Arbeitseinkommen mit allen sich daraus ergebenden Abzügen. Das gilt auch, wenn die Rückzahlung nicht geregelt ist.

Rückzahlung mit dem Gehalt

Meist wird bei der Auszahlung des laufenden Gehalts die Rate verrechnet. Dabei müssen die Pfändungsfreigrenzen eingehalten werden, d.h. die Raten dürfen nicht das ganze Gehalt aufzehren.

Was ist, wenn das Arbeitsverhältnis endet?

Es gilt eine gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist von drei Monaten, bevor der Arbeitgeber die Restsumme zurückfordern kann. Zudem kann der Arbeitgeber die Zinsen auf ein marktübliches Niveau anheben. Wenn sich ein Ende der Beschäftigung abzeichnet, sollte frühzeitig an eine Anschlussfinanzierung bei der Bank nachgedacht werden.

Zinsen und Steuern

Bietet Ihr Arbeitgeber das Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz an, ist der Darlehensbetrag steuerfrei. Ist das Darlehen günstiger, könnten Steuern anfallen, denn die Ersparnis bei den Zinsen – also die Differenz zwischen marktüblichem und tatsächlich zu zahlendem Zins – kann als geldwerter Vorteil gewertet werden und zählt damit zum steuer- und sozialversicherungspflichtigen Einkommen. Es gilt die "Freigrenze für Sachbezüge" von maximal 44 Euro pro Monat bzw. 528 Euro* pro Jahr. Ist die Zinsersparnis größer, muss diese versteuert werden. Maßgeblich sind die Konditionen am Tag des Vertragsabschlusses.

Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Effektivzinssätze für Wohnungsbau- und Konsumentenkredite. Sie sind eine gute Orientierung, was „marktüblich“ ist. Von diesem Zinsatz dürfen pauschal noch bis zu vier Prozent* abgezogen werden. Alternativ können auch die Zinssätze für Wohnungsbaukredite verschiedener Banken im Internet als Referenz herangezogen werden.

*Stand März 2015, keine Gewähr für Aktualität der Daten.