Sanierungsmaßnahmen bei Altbauten

Damit sollten Sie bei älteren Immobilien rechnen

Wer sich in einen Altbau verliebt und gekauft hat, muss mit Mängeln rechnen. Welche Sanierungsmaßnahmen im Einzelnen nötig sind und welchen Aufwand sie erfordern, hängt dabei aber wesentlich vom Baujahr des Hauses ab. Je nach Baujahr weisen Immobilien bauliche Besonderheiten auf.

Jede Bauepoche hat ihre speziellen Eigenheiten und damit auch typische Stärken und Schwächen. Selbst Häuser, die nur wenige Jahrzehnte alt sind, entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen an den Wärmeschutz. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die typischen Merkmale von Gebäuden aus verschiedenen Bauepochen – und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen.

Baujahr 1890-1920

Typisch für die Stadthäuser der Gründerzeit sind dicke Außenmauern mit relativ guten Wärmeschutzeigenschaften im Erdgeschoss, aber abnehmenden Wandstärken in den oberen Stockwerken. Um die stuckverzierten Fassaden zu erhalten, ist eine nachträgliche Dämmung meist nur von innen möglich. Die Kosten für eine Innendämmung liegen bei etwa 35 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Alte Fenster mit Einfachverglasung sollten durch Nachbildungen der historischen Fenster mit Verglasung auf aktuellem Niveau ersetzt werden.

Baujahr 1920-1945

Die Bauweisen sind uneinheitlicher, die Wohnungen kleiner, die Wandstärken geringer und der Wärmeschutz eher schlechter als in früheren Baujahren. Die wichtigste Sanierungsmaßnahme ist deshalb die nachträgliche Wärmedämmung. Die damals üblichen Putzfassaden lassen sich einfach von außen dämmen, am günstigsten mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ab etwa 55 Euro pro Quadratmeter.

Baujahr 1945-1970

Gebäude der unmittelbaren Nachkriegszeit sind bautechnisch besonders mangelhaft und benötigen meist eine umfassende Wärmedämmung von Dach, Kellerdecke und Außenwänden. Häuser späterer Jahrgänge sind qualitativ besser, der Wärmeschutz ist aber immer noch gering. Manchmal sind noch Einfachverglasungen zu finden, die schnellstens ausgetauscht werden sollten. Bungalows der 1960er-Jahre haben häufig Probleme mit undichten Flachdächern.

Baujahr 1970-1990

Nach der ersten Wärmeschutzverordnung 1977, vereinzelt auch schon davor, wurden viele Häuser mit einer Isolierung versehen. Manche davon können relativ einfach verstärkt werden, um bessere Dämmwerte zu erzielen. Auch doppelt verglaste Fenster aus dieser Zeit sind heute nicht mehr ausreichend dicht. Für den kompletten Fensteraustausch in einem etwa 130 Quadratmeter großen Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren mit eineinhalb Geschossen müssen Sie mit etwa 8.000 bis 15.000 Euro rechnen. Ein spezielles Problem dieser und der vorherigen Bauepoche sind Schadstoffe in Bauteilen: zum Beispiel Asbest, Mineralwollfasern oder Formaldehyd, was im Einzelfall aufwendige Sanierungsmaßnahmen bedeuten kann.

Baujahr ab 1990

In dieser Phase setzte sich zunehmend die Niedrigenergiebauweise mit verbesserter Dämmung und Verglasung durch. Da die Weiterentwicklung zu höheren energetischen Standards in immer kürzeren Abständen vor sich geht, gibt es bereits bei relativ neuen Häusern Nachholbedarf. Das betrifft vor allem das Dach. Eine Dachdämmung von innen kostet etwa 50 Euro pro Quadratmeter, eine Aufsparrendämmung von außen etwa 200 Euro pro Quadratmeter. Auch eine 20 Jahre alte Heizung ist nach heutigem Maßstab nicht mehr energieeffizient. Für den Austausch müssen mindestens 5.000 Euro für eine Gas- oder Ölbrennwertheizung und 15.000 Euro für eine Holzpelletheizung eingeplant werden.

Alle Kostenangaben sind grobe, unverbindliche Richtwerte. Die tatsächlichen Sanierungskosten hängen unter anderem von der Größe und Art des Hauses und den gewählten Materialien ab. Auch Handwerkerkosten variieren von Region zu Region. Detaillierte Auskünfte und Angebote erhalten Sie beim Handwerk vor Ort.

Expertentipp:

Karl-Heinz Wagner, Leiter Baufinanzierung

"Lassen Sie das Haus von Fachleuten prüfen. Ungeplante Reparaturen können die Finanzierung sprengen."

 

Gerne berate ich Sie persönlich per eMail oder Telefon unter 0261 3906-150.