Eine gute Strategie: Handeln wie der Kaufmann von Venedig

Der Finanztipp von Werner Birkenheier

Werner Birkenheier ist Prokurist bei der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG

(Koblenz, Dezember 2013) Wie sicher ist unser Geld? Wo kann man als Anleger noch gewinnbringend und verlässlich sein Geld investieren? Diese Fragen beantwortete Dr. Frank Engels, Managing Director bei Union Investment, der Fondsgesellschaft der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, kürzlich vor interessierten Gästen in Koblenz.

Sparen hat in Deutschland eine lange Tradition. Bei der Anlagekultur fehlt es aber oft an Weitblick. In Zeiten extrem niedriger Zinsen, wie wir sie aktuell erleben – und wie sie voraussichtlich noch lange anhalten werden – wird dies für viele Sparer zum Problem. Das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment zeigt, dass zwei Drittel der Anleger sich über den Mix aus niedrigen Zinsen und Inflation sorgen.

Dr. Engels stellte fest, dass der Euro eine sichere Währung sei, die im Außenwert auch deutlich aufwerte. Hohe Preissteigerungsraten seien in der Eurozone derzeit kein Thema. Vielmehr macht es der historisch niedrige Leitzins Sparern und Anlegern immer schwieriger, Ihr Geld optimal anzulegen. Viele haben bei den derzeit mickrigen Zinsen Angst, dass auch eine moderate Inflationsrate das Ersparte nach und nach wegschmelzt.

Trotzdem wäre es falsch, auf das Sparen zu verzichten. Auch die Flucht in einseitige Kurzfristanlagen wie Tagesgeld, Spareinlagen oder Girokonto, wo das Ersparte in Hoffnung auf bessere Zeiten geparkt wird, könne ebensowenig der Königsweg sein wie eine Übergewichtung von Immobilien oder gar Gold. Die aktuell viel besprochene „Immobilienblase“ sei derzeit nicht flächendeckend auszumachen. Gerade Gewerbeimmobilien blieben nach wie vor ein stabiles Fundament fürs Depot, zumal die Büromieten in Europa relativ stabil blieben bzw. nur moderat anstiegen.

Der richtige Weg ist, breit gestreut zu investieren. Dazu gehören auch Aktien, spezielle Edelmetalle und Rohstoffe. Zwar könnten solche Anlagen größeren Schwankungen unterworfen sein, am Ende steht aber eine bessere Rendite.

Der Kaufmann von Venedig hat es vorgemacht, er setzte nie alles auf eine Karte: Seine Waren verteilte er immer auf verschiedene Schiffe und belud auch nie ein Schiff mit nur einer einzigen Warengattung. Auch waren die Schiffe immer auf verschiedenen Routen unterwegs. So hat er das Verlustrisiko für den Fall, dass seine Investition in unruhiges Gewässer kommt, immer breit gestreut. Anleger sollten es ihm gleichtun.

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