Kursschwankungen clever nutzen mit Sparplänen

Der Finanztipp von Sven Heisterhagen

Sven Heisterhagen ist Privatkundenbetreuer bei der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG

(Koblenz, 21.08.2014) Die Kurse an vielen internationalen Aktienmärkten hatten in den vergangenen Wochen wieder Höchststände erreicht, fielen dann wieder , und jetzt geht es wieder bergauf. Kapitalanleger fragen sich, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um einzusteigen. Anleger und Berater stehen vor einem Dilemma: Einerseits will man von den steigenden Kursen profitieren, andererseits aber auch nicht Papiere zu möglicherweise überteuerten Preisen einkaufen. Da aber niemand die Zukunft exakt voraussagen kann, liegt die Lösung im richtigen Timing.

Der Kauf von Aktien muss nicht zu einem einzigen Zeitpunkt erfolgen, sondern wird in mehrere Schritte geteilt. In gleichmäßigen Abständen wird immer wieder die gleiche Summe investiert, was langfristig Schwankungen ausgleicht.

Dazu ein Beispiel: Die Preise für Tomaten schwanken je nach Jahreszeit. Im Frühling kostet 1 Kilogramm 1 Euro, im Sommer nur 50 Cent, im Herbst wieder 1 Euro und im Winter 2 Euro. Angenommen, Herr Unbedarft kauft immer genau 1 Kilogramm Tomaten, während Frau Schlau Tomaten für jeweils 1 Euro kauft: Herr Unbedarft zahlt dann durchschnittlich 1,13 Euro pro Kilo und bekommt insgesamt nur 4 Kilo, während Frau Schlau nur 89 Cent pro Kilo ausgibt und dafür stolze 4,5 Kilo Tomaten bekommt.

Sparpläne folgen diesem einfachen Prinzip: Bei niedrigen Kursen kauft man für die gleiche Summe mehr Anteile und bei hohen Kursen entsprechend weniger. Kursschwankungen in der Ansparphase werden so zur Chance und das Verlustrisiko verringert sich. Man nennt das Cost-Average-Effekt.

Durch Ausgleich des erhöhten Risikos mit regelmäßigen Sparraten kann auch eine Sparform mit höheren Ertragschancen gewählt werden, wie zum Beispiel Aktienfonds.

Wenn die letzte „Rate“ bezahlt ist, also zum Ende der Ansparphase, wird die Anlage wieder zu Einmalanlage, denn das gesamte angesparte Kapital ist dann gebunden. Das hierbei wieder entstehende Risiko einer Einmalanlage kann durch sinnvolle Mischung der Anlagen überschaubar gehalten werden.

Setzen Sie bei Ihrer Anlagestrategie auf Sparpläne. Denken Sie an den Tomateneffekt. Um Ihr Risiko noch weiter zu minimieren, streuen Sie Ihre Anlagen breit, also setzen Sie nicht alles auf eine Karte.

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