Krim-Krise: Profitiert die USA?

Der Finanztipp von Eugen Medwed

Eugen Medwed ist Wertpapierspezialist bei der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG

(Koblenz, 28.03.2014) Die aktuelle Krise auf der Krim erschüttert die Ost-West-Beziehungen in seit Jahrzehnten nicht dagewesenem Ausmaß. Der Westen hat auf das Vorgehen Russlands auf diplomatischem Wege bereits scharf reagiert, unter anderem durch Aussetzung der Vorbereitungen für den im Frühsommer geplanten G8-Gipfel in Sotschi.

Ob es denkbar wäre, dass der Westen sich in Osteuropa auch militärisch einschaltet, erscheint zumindest zweifelhaft, da die Ukraine kein NATO-Mitglied ist und es zu einem UNO-Mandat angesichts des Vetorechts Russlands im Sicherheitsrat nicht kommen dürfte. Möglich sind aber durchaus weitergehende diplomatische Verschärfungen bis hin zu Handelsboykotten und Ähnlichem. Die zu erwartenden Auswirkungen auf die Kapitalmärkte sollten vor allem die Flucht in sogenannte sichere Häfen und einen Anstieg der Energierohstoffpreise mit sich bringen.

Und wie bei jeder Krise könnte es einen großen Gewinner geben: Die größte Volkswirtschaft der Welt- die USA. Doch was macht die Unternehmen der größten Volkswirtschaft der Welt  für den deutschen Anleger so attraktiv und welche Vorteile haben die US-amerikanischen Unternehmen in Zukunft gegenüber dem Wettbewerb?

Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Land der Träume, Land der Superlative:

Noch immer sind die Vereinigten Staaten von Amerika die größte Volkswirtschaft der Erde. Und immer wieder beeindrucken die Bewohner der USA mit ihrem Optimismus und Tatendrang, um sich und ihr Land voranzubringen. Das riesige Land, in dem die aktuelle Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers begann, war auch mit am stärksten von deren Auswirkungen betroffen. Nun scheint es sich aber als eines der Ersten von den Folgen zu erholen. Viele Anzeichen sprechen dafür: Die Unternehmen investieren wieder mehr, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Gehälter steigen und folglich auch der Konsum. Der Export und der Immobilienmarkt sind ebenfalls auf einem guten Weg. Und auch die Aktienmärkte profitieren vom Aufschwung. Die gute Lage amerikanischer Unternehmen gab den Kursen bereits in 2013 deutlichen Auftrieb.

Die amerikanische Notenbank FED hat mit niedrigen Zinsen und Anleiherückkäufen den Grundstein für die wirtschaftliche Erholung gelegt. Inzwischen scheint die Schwelle für ein selbsttragendes Wirtschaftswachstum erreicht zu sein. Das Land dürfte also künftig wieder weniger auf unterstützende Maßnahmen der Notenbank angewiesen sein, wenngleich es sehr positive volkswirtschaftliche Signale gibt wie beispielsweise die sinkende  Arbeitslosigkeit, die mit 6,7% mittlerweile einen niedrigeren Stand erreicht hat als den in Deutschland . Die glänzende Verfassung vieler amerikanischer Unternehmen bringt Anlegern attraktive Chancen.

Desweiteren belastet die Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus dem Osten viele Unternehmen, während die US-Amerikaner die Möglichkeit gefunden haben, durch das sogenannte Fracking (Methode zur Erdöl- und Erdgasförderung) ihre Herstellungs- und Produktionskosten niedrig zu halten und sogar in Zukunft Öl und Gas zu exportieren. So ist der Gaspreis in Deutschland vier mal teurer als in den USA. Das hat zur Folge, dass die produzierenden US- Unternehmen zukünftig einen großen Kostenvorsprung gegenüber Ihrer weltweiten Konkurrenz haben werden.

Flankiert wird diese Entwicklung durch steigende Ausgaben der US-Konsumenten, die bis zu 70% der Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten ausmachen. Die volkswirtschaftlichen Wachstumsprognosen für die USA liegen nach Prognosen der Union Investment, der Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen Finanzgruppe, bei 2,3% für das Jahr 2014 und 2,6% für das Jahr 2015. Dieses erwartete Wachstum ist deutlich höher als das der deutschen Wirtschaft.

Vor einem Investment sollten sich Interessenten in einem persönlichen Gespräch

beispielsweise auch über die Stimmung an der Wall Street, wie die US-amerikanische Finanzindustrie auch als Ganzes bezeichnet wird, umfassend informieren und Alternativen für die richtige Geldanlage gemeinsam mit dem Bankbetreuer prüfen.

 

 

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