Studie zum Weltspartag 2015

Bankeinlagen beliebteste Anlageform der Bundesbürger · Sparquote langfristig zu niedrig · Niedrigzins dämpft Anlageertrag deutlich

(Koblenz, den 28.10.2015) Der Weltspartag am 30. Oktober bringt bei Jung und Alt das Thema Sparen und Verantwortung für die eigene Vorsorge ins Bewusstsein.

Legten die Deutschen im Jahr 1991 noch 13 Prozent ihres Einkommens auf die Hohe Kante, waren es 2014 nur noch 9,5 Prozent. Aktuell ist die Quote zwar wegen der günstigen Energiepreise leicht gestiegen, bis 2025 rechnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) jedoch nur noch mit einer Quote von 6,5 Prozent. Das liegt vor allem an zwei Gründen: dem steigenden Anteil der Ruheständler, die auch von ihren Ersparnissen leben und dem niedrigen Zinsniveau. Weil immer mehr Menschen glauben, dass sich Sparen bei niedrigen Zinsen nicht lohnt, stecken sie das Geld vermehrt in den Konsum. Somit fehlt es für die private Altersvorsorge.

Vorstandsmitglied Walter Müller

Dabei sind die Deutschen keinesfalls Sparmuffel,  das Geldvermögen beträgt laut einer aktuellen Statistik der Deutschen Bundesbank 5.212 Milliarden Euro. Allerdings ist mehr als ein Drittel dieses Geldes in Bankeinlagen geparkt, die wenig Zinsen abwerfen.

"Die Zinsen befinden sich seit Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Das dämpft den Anlageertrag des Finanzvermögens der privaten Haushalte nachhaltig", so Walter Müller,  Vorstandsmitglied der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG. Den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge hat sich der Anteil der Zinseinkommen am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte seit 2002 von 5,0 auf 2,5 Prozent halbiert. Viele Bundesbürger sind daher gezwungen mehr zu sparen, um die angestrebte finanzielle Absicherung im Alter zu gewährleisten. Insbesondere den einkommensschwachen Bundesbürgern fehlen hierfür jedoch oft die finanziellen Spielräume. "Ein dauerhaft niedriges Zinsniveau erhöht das Risiko einer unzureichenden finanziellen Versorgung vieler Bürger im Alter", erläutert Müller.

Sehr liquide, risikoarme und daher niedrig verzinsliche Anlagen alleine ermöglichen derzeit  nach Abzug der Inflationsrate kaum noch einen langfristigen Vermögensaufbau. In den 1990er Jahren verdoppelte sich das in Rentenpapieren angelegte Geld dank Zinseszinseffekt noch innerhalb von zwölf Jahren – heute  braucht es dafür sechsmal so lange. Sparern fehlen damit wichtige Erträge für den Kapitalaufbau.

Doch was tun? Trotz der genannten Effekte ist nur ein geringer Anteil an Sparern bereit, in chancenreichere Anlagen zu investieren. Dabei bietet die Beimischung zusätzlicher Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien oder Immobilien, hohes Ertragsteigerungspotenzial.

Bedarfsgerechte Beratung ist entscheidend

„Es ist gar nicht so schwierig, sich ein finanzielles Polster für die Zukunft aufzubauen: Wer sich einmal in Ruhe mit seinem Berater zusammensetzt und eine ausgewogene Strategie erarbeitet, ist für die Zukunft gut aufgestellt. Am Anfang aller Planung sollten die persönlichen Ziele und Wünsche ermittelt werden. Darauf aufbauend kann der richtige individuelle Mix an Anlagen bestimmt werden“, empfiehlt Müller.  Vielfach können Sparer auf staatliche Förderung setzen und damit die niedrigen Zinsen ausgleichen, so zum Beispiel über die Arbeitnehmersparzulage oder die Wohnungsbauprämie.
Egal wie niedrig die Zinsen ausfallen, es gilt noch immer „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“

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