Koblenzer EGON eSG präsentierte sich bei Auftaktveranstaltung „Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz“

Genossenschaft macht Schule

(Koblenz/Dernbach, 29.04.2016) Vor über 150 Jahren gründete Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Rheinland-Pfalz die erste Genossenschaft. Jetzt soll es in Raiffeisens Heimatland auch mehr Schülergenossenschaften, kurz eSG, geben. Um dieses Vorhaben voranzutreiben, lud der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) und der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) zur Auftaktveranstaltung „Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz“ ein. Ort des Geschehens: der Raiffeisen Campus in Dernbach, ein Gymnasium, das in genossenschaftlicher Trägerschaft geführt wird. Rund 120 Lehrer und Schüler waren in den Westerwald gekommen, ebenso Vorstände aus Genossenschaften, die sich für Schülergenossenschaften engagieren und interessieren.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten vier Schülerteams aus Rheinland-Pfalz ihre bereits bestehenden Schülergenossenschaften. Unter ihnen die EGON eSG vom Eichendorff-Gymnasium Koblenz zusammen mit ihrer Partnergenossenschaft, der Volksbank Koblenz Mittelrhein. EGON steht für Eichendorff-Gymnasium ökologisch und nachhaltig. Die Schülergenossenschaft betreibt einen Schulkiosk und verkauft dort Geodreiecke aus Bio-Kunststoff, Kugelschreiber aus Altpapier oder Textmarker auf Wasserbasis mit nachfüllbarer Farbe. Auch Schulkleidung bietet sie an.

Von den Leistungen der Schülergenossenschaft überzeugte sich auch eine prominente Unterstützerin der genossenschaftlichen Idee: Eveline Lemke, stellvertretende Minister-präsidentin und Ministerin für Wirtschaft in Rheinland-Pfalz, die auch Schirmherrin des Projekts Schülergenossenschaften ist. „Wie unsere Wirtschaftsordnung aufgebaut ist und wie sie funktioniert - das lernt man am besten durch das eigene Tun. In einer Schülergenossenschaft mitzuwirken, ist eine hervorragende Übung für selbstständiges und verantwortliches Handeln“, sagte Lemke. „Darüber hinaus bietet die Schülergenossenschaft die Möglichkeit ein Unternehmensmodell kennenzulernen, das auf Solidarität seiner Mitglieder und auf demokratische Abstimmungsprozesse basiert. Der Gedanke der gemeinsamen Verantwortung zählt. Wirtschaft ist eben nicht nur Gewinnmaximierung.“

Selbstverantwortung und Selbsthilfe – Raiffeisens Ideen leben also auch in Schülergenossenschaften weiter. Vorreiter war das Land Nordrhein-Westfalen. Hier gibt es bereits 68 Schülergenossenschaften, berichtete Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des RWGV, der diesen Erfolg auch in Rheinland-Pfalz fortsetzen möchte. Die EGON eSG trägt schon heute dazu bei, die genossenschaftliche Idee noch bekannter zu machen.

Die Schülergenossenschaft EGON präsentierte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (3.v.r.) ihr genossenschaftliches Tun.

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