Volksbank Koblenz Mittelrhein schloss 2015 mit gutem Ergebnis

Ertragslage stabil - Niedrigzins belastet Altersvorsorge

46 Mitglieder für 50-jährige Treue geehrt

(Koblenz, 01.06.2016) Der Vorstand der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG, Stephan Breser und Walter Müller, präsentierte in der gestrigen Vertreterversammlung ein solides Ergebnis für das Jahr 2015: „Wir blicken gemeinsam auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Es ist uns trotz belastender Niedrigzinsen, unruhiger Märkte und herausfordernder Regulatorik gelungen, unsere Ertragslage stabil zu halten und unsere Marktposition im Geschäftsgebiet weiter zu festigen.“

Die Bilanzsumme stieg um 17 Mio. Euro auf 673 Mio. Euro. Das betreute Kundenvolumen – also die Summe aller betreuten Kredite und Geldanlagen innerhalb und außerhalb der Bilanz – erhöhte sich um rund 54 Mio. Euro auf 1,6 Mrd. Euro.

Das betreute Geldvermögen von Kunden stieg um rund 15 Mio. Euro auf insgesamt 935 Mio. Euro. Die bilanzwirksamen Kundengelder erhöhten sich kräftig um 14 Mio. Euro auf 525 Mio. Euro. Innerhalb der einzelnen Sparten gab es unterschiedliche Tendenzen: Während die Spareinlagen mit 226,5 Mio. Euro konstant blieben, stiegen die niedrigst- bis unverzinslichen Sichteinlagen – das sind Tagesgelder und Guthaben auf Girokonten – enorm an um fast 30 Mio. Euro auf 252 Mio. Euro. Demgegenüber reduzierten sich die Termineinlagen um rund 17 Mio. Euro, weil sich Festgelder nicht mehr lohnen.

Müller: „Die extreme Niedrigzinspolitik der EZB zündelt am Vermögen der deutschen Sparer. Das trifft vor allem die Altersvorsorge. Hatte ein Arbeitnehmer 2007 noch 168 Euro im Monat für seine Altersvorsorge beiseite gelegt, muss er heute für denselben Effekt schon 330 Euro zahlen. Das können die meisten Menschen sich aber nicht leisten. Weiterhin kommen wir Regionalbanken unter großem Druck. Haben wir mit unserer regionalen Verwurzelung und Verantwortungsbewusstsein entscheidend zur Stabilität der deutschen Wirtschaft beigetragen, fällt es uns nun zunehmend schwerer, die nötigen Zinserträge zu erwirtschaften. Immerhin macht der Zinsüberschuss mit 14,6 Mio. Euro heute 2/3 unseres Ertrags aus.“

Hinzu komme, dass die Volksbank für geparkte Gelder schon jetzt Negativzinsen bei der Bundesbank bezahlt, und ab Juli zusätzlich auch für täglich fällige Liquidität bei der Genossenschaftlichen Zentralbank – ein Kostenfaktor, den es vorher nie gegeben hat. „Wir hoffen“, so Müller, „dass wir unseren Anlegern auch weiterhin Minuszinsen ersparen können.“

Bei der Kreditvergabe konnte die Volksbank Koblenz Mittelrhein weiter zulegen.  Mehr als 2.300 Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 135 Mio. Euro wurden in Form von bilanzwirksamen Krediten und Darlehen sowie durch Vermittlungen an Partner der genossenschaftlichen Finanzgruppe neu zugesagt. Das gesamte betreute Kundenkreditvolumen stieg um 6 Prozent auf 669 Mio. Euro.  

Der Jahresüberschuss liegt mit 1,46 Mio. Euro auf Vorjahreshöhe. In der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Böckling geleiteten Versammlung wurde beschlossen, 346.000 Euro in Form einer dreiprozentigen Dividende an die Mitglieder auszuschütten. Gegenüber dem Kapitalmarktniveau verzinsen sich die Geschäftsguthaben mit einer vergleichsweise hohen Rendite.

Für die Zukunft, so betonte Müller, werde die Maxime auch weiterhin die konsequente Ausrichtung an den Wünschen der Kunden und Mitglieder sein. Diese werden regelmäßig erfragt und daraus neue Angebote abgeleitet. Dazu gehöre es auch, die Leistungen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und anzupassen: „Beratungsqualität steht an erster Stelle und wird, neben der Ausweitung digitaler Angebote auch weiterhin von Mensch zu Mensch stattfinden. Dafür stehen unsere 191 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ 

Stephan Breser, der seit Jahresbeginn gemeinsam mit Walter Müller als Vorstand die Bank führt, machte drei zentrale Handlungsfelder für die Zukunft deutlich: „Unser Fokus im Vertrieb liegt klar auf dem Kreditgeschäft. Hier wollen wir wachsen. Gleichzeitig müssen wir Prozesse optimieren und Kosten reduzieren. Zukünftig setzen wir uns auch verstärkt mit dem Thema Digitalisierung auseinander. Hier haben wir eine Projektgruppe „Volksbank persönlich und digital“ ins Leben gerufen, die sich mit der Zukunft des Präsenzgeschäfts und der digitalen Angebote beschäftigen und neue Modelle in der Praxis umsetzen wird. Und letztlich müssen wir die Eigenmittel kontinuierlich stärken, um die ständig steigenden Anforderungen zu erfüllen und die nachhaltige Zukunftsfähigkeit unserer regionalen Bank zu sichern.“

Mit Blick auf die EU-Politik warnte Breser vor den gefährlichen Plänen der EU-Kommission zur Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme. „Wir sind strikt gegen dieses völlig unangemessene System, das eine ungesteuerte Transferunion im Bereich der Einlagensicherung entstehen ließe – zu Lasten der Sparer, der Banken und der Steuerzahler in Ländern mit funktionierenden Sicherungssystemen. Die Folgen wären massive Fehlanreize für kriselnde Länger und Regierung und zusätzliche Konflikte in Europa.“

Breser präsentierte auch das Engagement vor Ort: 120.000 Euro flossen im letzten Jahr als Spenden für soziale, kulturelle und sportliche Zwecke in die Region. Besonders hob Breser die Schülergenossenschaft EGON am Koblenzer Eichendorff-Gymnasium hervor, die ein Leuchtturmprojekt in Sachen Finanzbildung ist.

Mit dem Crowdfundingportal vbkm.viele-schaffen-mehr.de hat die Volksbank neue digitale Wege beschritten, um etwas für regionale gemeinnützige Projekte anzubieten. Vereine und Initiativen können hier ihre Projektideen vorstellen und Spenden einwerben. Damit hat die Volksbank Koblenz Mittelrhein ein Portal für die Menschen in der Region geschaffen, die sich mit großen oder kleinen Geldbeträgen an der Realisierung von guten Ideen und Projekten vor Ort beteiligen möchten. Die Volksbank Koblenz Mittelrhein legt für jede Spende über mindestens 5 Euro nochmal 5 Euro aus ihrem 10.000-Euro-Spendentopf obendrauf. Drei Vereine aus der Region haben das Portal „Viele schaffen mehr“ bereits mit großem Erfolg genutzt, zwei weitere laufen aktuell.

Die Volksbank Koblenz Mittelrhein will auch weiterhin Verantwortung für die Wirtschaft und die Menschen, die hier leben, übernehmen. Die Genossenschaftliche Idee, gemeinsam mehr zu erreichen, ist immer noch aktuell. Dafür stehen die 22.094 Mitglieder. 46 von Ihnen wurden für ihre 50-jährige Treue zur Volksbank Koblenz Mittelrhein eG ausgezeichnet.

Horst Böckling dankte dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Theodor Winkelmann für seine großen Verdienste. Winkelmann hat die Geschicke der Volksbank rund 25 Jahre lang maßgeblich sehr erfolgreich mitgeprägt, bevor er zum Jahresende 2015 in den Ruhestand getreten ist. Für den „dritten Lebensabschnitt“ wünschte Böckling auch im Namen des gesamten Aufsichtsrates Theodor Winkelmann alles Gute und vor allem Gesundheit, um die schönen Dinge des Lebens genießen zu können.

Aus dem Aufsichtsrat schieden turnusgemäß Hanns-Joachim Himrich, Jürgen Keiper und Martin Schäfer aus und wurden wiedergewählt.

Die anwesenden Jubilare Alois Breitbach, Peter Kalter, Hans Kleemann, Alfred Knöll, Peter Kohns, Gerhard Kreuser, Johann Noll, Manfred Rosenbach, Kurt Stieffenhofer, Albert Szostecki mit Walter Müller, Vorstand (letzte Reihe rechts), Stephan Breser, Vorstand (letzte Reihe 2.v.r.), Christoph Parbel, stv. Aufsichtsratsvorsitzender (letzte Reihe 3.v.r.), und Horst Böckling, Vorsitzender des Aufsichtsrats (vorne, 2.v.l.)

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