Forsa-Umfrage: Deutsche Sparer bauen auf private Altersvorsorge

Riestern mit Fonds weitgehend unbekannt

(Koblenz, den 12.10.2018) Immer mehr Anleger in Deutschland erkennen die Renditevorteile von Investmentfonds für ihre eigene Altersvorsorge. Knapp zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) gehen davon aus, dass sie bei gleichem finanziellem Einsatz mit Investmentfonds mehr Geld im Alter ausgezahlt bekommen als mit privaten Versicherungen (28 Prozent). Vor fünf Jahren (4. Quartal 2013) waren nur 41 Prozent der Sparer davon überzeugt, mit Investmentfonds ein höheres Endkapital zu erzielen (private Versicherungen 38 Prozent).

Dabei scheint die Riester-Rente häufig nicht in Verbindung mit Fondslösungen gebracht zu werden, denn ein Großteil der Deutschen ist der Ansicht, dass sich die Riester-Rente nicht lohnt. Bedenken äußern die Befragten auch gegenüber der gesetzlichen Rente. Von ihr erwartet jeder Zweite, dass sie im Alter nicht ausreicht. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.
44 Prozent der Befragten halten es derzeit für attraktiv, Aktien beziehungsweise Aktienfonds zu kaufen. Das sind neun Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2017. 42 Prozent haben sogar schon einmal in Erwägung gezogen, monatlich einen festen Betrag in Investmentfonds anzulegen. Im ersten Quartal 2017 waren es 39 Prozent.
Diese Ansicht wird im Hinblick auf die Riester-Rente nicht geteilt, da diese sich nicht lohne (34 Prozent) bzw. kein Vertrauen besitzt (19 Prozent).  Offensichtlich ist vielen Befragten nicht klar, dass die Riester-Rente auch als Fondslösung angeboten wird. Daneben gibt es Riester-Banksparpläne, Wohnriester und Riester-Fonds – für jede Lebenssituation gibt es eine passende Lösung. Dabei bieten Riester-Fonds laut Union Investment derzeit die besten Renditechancen.

Ein Viertel der Befragten fürchtet Altersarmut

Jeder zweite Befragte (50 Prozent) ist davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente allein nicht reichen wird, um den aktuellen Lebensstandard im Alter halten zu können (Vorquartal: 55 Prozent). Gut ein Viertel (26 Prozent) hat sogar Angst, im Alter nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben (Vorquartal: 27 Prozent). Um den Lebensabend ohne finanzielle Engpässe genießen zu können, setzen die Anleger derzeit verstärkt auf eine zusätzliche Altersvorsorge. Verfügten im letzten Quartal knapp drei Viertel der Sparer (72 Prozent) über einen entsprechenden Vorsorgevertrag, sind es aktuell 79 Prozent. Die meisten Befragten fühlen sich damit auch wohl: Gut die Hälfte der Besitzer einer privaten Altersvorsorge (53 Prozent) gibt an, dadurch gut für das Alter abgesichert zu sein.
„Die private Altersvorsorge, bestenfalls auch mit staatlicher Förderung, ist existenziell, um den Lebensstandard im Alter halten zu können“, so Werner Birkenheier, Prokurist und Bereichsleiter der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG.

Anlegerverhalten

Bessere Rahmenbedingungen gefordert

Union Investment ist davon überzeugt, dass die Rahmenbedingungen angepasst werden müssen, um die private Vorsorge so einfach wie möglich zu machen. So könnte insbesondere die Riester-Rente noch attraktiver gestaltet werden, in dem zum Beispiel die Zulagen dynamisch an die Beitragsbemessungsgrenze angepasst werden und das Zulageverfahren vereinfacht wird. Zudem sollte über eine Ausweitung der Förderberechtigten auf Selbstständige nachgedacht werden.

Nachfrage Investmentfonds

Hinweis:
Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das dritte Quartal erhob Forsa die Daten vom 1. bis 10. August 2018. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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